Vegetative Regulation – Stabilität für das Nervensystem

Anhaltender Stress, Erschöpfung, Schlafstörungen oder innere Unruhe sind häufig Ausdruck einer gestörten vegetativen Regulation. Dabei geht es weniger um „zu viel Stress“ im Außen, sondern um die Frage, wie gut das autonome Nervensystem zwischen Anspannung und Erholung wechseln kann. Ein zentraler Bestandteil dieser Regulation ist der Nervus vagus, der maßgeblich an Ruhe-, Regenerations- und Anpassungsprozessen beteiligt ist.



Was ist der Nervus vagus?

Der Nervus vagus ist der längste Hirnnerv und ein wesentlicher Bestandteil des parasympathischen Nervensystems.
Er beeinflusst zahlreiche körperliche Funktionen, unter anderem:


  • Herzfrequenz und Blutdruckregulation
  • Verdauung und Darmbewegung
  • Atmung und Stimmfunktion
  • entzündliche Prozesse
  • emotionale und vegetative Regulation


Eine gute vagale Aktivität unterstützt die Fähigkeit des Körpers, nach Belastung wieder in einen Zustand von Ruhe und Stabilität zurückzufinden.



Wann kann eine vagusorientierte Begleitung sinnvoll sein?

Eine gezielte Unterstützung der vegetativen Regulation kann hilfreich sein bei:

  • chronischer Stressbelastung und Überforderung
  • Erschöpfungszuständen
  • Schlafstörungen
  • funktionellen Magen-Darm-Beschwerden
  • vegetativ bedingten Herzrhythmusstörungen
  • Migräne, Tinnitus oder Schwindel


Wichtig ist dabei immer eine sorgfältige Einordnung der Beschwerden und – falls erforderlich – eine ärztliche Abklärung.


Mein Vorgehen

Im Mittelpunkt steht zunächst eine ausführliche Anamnese mit Blick auf Stressbelastung, Schlaf, körperliche Symptome und bisherige Therapieversuche. Auf dieser Grundlage entscheide ich, welche regulativen Ansätze sinnvoll und gut integrierbar sind. Die Begleitung erfolgt nicht schematisch, sondern individuell angepasst und kann – je nach Situation – folgende Bausteine umfassen:


  • Atemtherapie und gezielte Zwerchfellaktivierung
  • pflanzliche Arzneimittel zur Unterstützung der vegetativen Regulation
  • körperorientierte Selbstregulationsübungen (z. B. Atem-, Stimm- oder Summübungen)
  • achtsamkeitsbasierte Stressbewältigungsstrategien
  • Biofeedback-gestütztes Herz-Kohärenz-Training zur Förderung der Resilienz
  • Ergänzend können manuelle oder körpertherapeutische Impulse eingesetzt werden, wenn sie den Regulationsprozess sinnvoll unterstützen.

Was mir dabei wichtig ist

Vegetative Dysregulation erfordert keine schnelle Lösung, sondern eine gezielte und nachhaltige Unterstützung der körpereigenen Regulationsfähigkeit. Mein Ziel ist es, gemeinsam mit Ihnen Bedingungen zu schaffen, unter denen Ihr Nervensystem wieder besser regulieren kann – verständlich, alltagstauglich und ohne Überforderung.